18.09.2022
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Europäische Großstädte im Wandel

Marseille zwischen Aufwertung und dem Kampf um das Recht auf Stadt

Glänzende Wolkenkratzer und einstürzende Wohnhäuser, neue Investoren und Verdrängung einkommensschwacher Bewohner*innen, verschärfte Ungleichheit während der Corona Krise: Dies prägt Marseille wie viele europäische Großstädte. Das schlechte Image der Stadt wurde zur kulturell vielfältigen Metropole umgedeutet. Seitdem Marseille 2013 europäische Kulturhauptstadt war, haben die Gentrifizierungsprozesse rasant zugenommen und wurden von der konservativen Stadtregierung Jahrzehnte lang befeuert.

Doch einige Bewohner*innen glauben nicht an die Alternativlosigkeit und suchen solidarische Antworten in Form von kollektiven Kämpfen um Wohnraum und einem Recht auf Stadt. Als im Oktober 2018 die Modernisierungsarbeiten eines populären Platzes in der Innenstadt begannen, fanden die Anwohner*innen sich schnell zusammen, um den Platz „La Plaine“ zu verteidigen. Nur einige Tage später brachen in Noailles, einem migrantisch geprägten Arbeiter*innenviertel im Zentrum, zwei Häuser wie Kartenhäuser zusammen. Diese Ereignisse ebenso wie die Corona-Krise haben eine seit Jahren aktive Zivilgesellschaft befeuert, sich nicht nur gegenseitig solidarisch zu unterstützen, sondern auch konkrete Alternativen zu schaffen.

In Marseille wollen wir uns der Politik einer europäischen Metropole nähern: neoliberale Wohnungspolitik und der Umgang mit dem öffentlichen Raum. Vor allem wollen wir mit den Menschen ins Gespräch kommen, die selbstorganisiert ihre Viertel gestalten wollen, sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen wehren oder mit dem kolonialen Erbe auseinandersetzen. Zudem fragen wir: Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede dessen, was wir aus deutschen Städten kennen? Hat der Sieg des linken Bündnisses bei den Kommunalwahlen 2020 die Lage in Marseille verändert? Und was können wir von den solidarischen Gruppen lernen? Diesen Themen wollen wir uns gemeinsam in dem Bildungsurlaub widmen.



Daten: 18. – 24. September 2022
Kosten: 630 € (6 Ü/F, DZ, P), EZ-Zuschlag: 192 €, ohne Übernachtung: 420 €
Ort: Marseille, Ibis Budget Marseille Vieux Port
(www.all.accor.com/hotel/2575/index.de.shtml)
Partner: ver.di Bildungswerk Hessen e.V.
Seminarnummer: 202213

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Einzelzimmer (gegen Aufpreis)
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