Berlin, 16./17. Juni 2026 – Unter dem Leitthema „Gemeinsam für mehr Bildungsgerechtigkeit vor Ort” fand in Berlin die Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 statt. NetzWege war mit dabei und konnte das Thema Grundbildung gleich an zwei Stellen in das bundesweite Fachpublikum einbringen.
Grundbildung in der Fishbowl-Diskussion
In der Fishbowl-Diskussion #7 „Mehr Bildungsgerechtigkeit durch kommunale und nachhaltig verankerte Grundbildung” diskutierten Fachleute aus Praxis und Wissenschaft eine zentrale Frage: Warum kommt Grundbildung in kommunalen Bildungsberichten und Steuerungsrunden kaum vor, obwohl mindestens 6,2 Millionen Menschen in Deutschland erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen haben?
Das Ergebnis war eindeutig: Grundbildung findet überall vor Ort statt: in Alphabetisierungskursen, Beratungen, Integrations- und Sprachkursen, Betrieben und Familienzentren. Aber sie wird nicht als solche erkannt. Was nicht erkannt wird, wird nicht gezählt, nicht geplant, nicht gesteuert. Diese Lücke gilt es zu schließen.
Deutlich wurde in der Diskussion auch: Grundbildung ist kein Randthema, sondern ein Querschnittsthema, relevant im Sozialraum, in der Familienbildung und bei der Fachkräftesicherung. Theresa Hamilton von der Stiftung Grundbildung Berlin verdeutlichte eindrücklich, dass Grundbildung ebenso im Krisenmanagement und Katastrophenschutz mitgedacht werden muss: Wer in einer Notlage einen Aushang nicht lesen kann, ist doppelt vulnerabel.
Kommunales Bildungsmanagement verfügt über die geeigneten Instrumente, um Grundbildungsbedarfe und -Angebote vor Ort sichtbar zu machen und strategisch zu verankern. Es gilt, Grundbildung konsequent mit diesen Instrumenten zu verzahnen.
An der Fishbowl wirkten mit: Nora Schrimpf (NetzWege, Arbeit und Leben Hessen), Dr. Judith Lechner (VHS Hanau) und Dr. Sabine Schwarz (Kompetenzzentrum GrundbildungsPFADE, Lernende Region – Netzwerk Köln e.V.).
Grundbildung erlebbar machen – am Stand beim Markt der Möglichkeiten
Beim Markt der Möglichkeiten präsentierten NetzWege, die Stiftung Grundbildung Berlin, der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. mit seinem Lernportal sowie die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. gemeinsam an einem Stand konkrete Praxisansätze. Grundbildung wurde im direkten Austausch mit kommunalen Akteuren aus dem gesamten Bundesgebiet greifbar, diskutierbar und erlebbar.
Die Bundeskonferenz 2026 hat gezeigt: Das Interesse an Grundbildung als kommunalem Handlungsfeld wächst. NetzWege wird diesen Impuls aufgreifen und den Ansatz, Grundbildung mit den Strukturen des kommunalen Bildungsmanagements zu verbinden, weiter voranbringen.