Ob im Beruf, im Studium oder im privaten Umfeld – immer häufiger begegnen wir Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Trotz gemeinsamer Sprache entstehen dabei oft Missverständnisse: Erwartungen werden unterschiedlich interpretiert, Feedback anders verstanden oder Arbeitsweisen treffen aufeinander. In diesem praxisnahen Workshop lernen Sie, kulturelle Prägungen in der Kommunikation bewusster wahrzunehmen, besser einzuordnen und konstruktiv damit umzugehen. Ziel ist mehr Sicherheit im interkulturellen Alltag.
In diesem praxisnahen Workshop lernen Sie, kulturelle Prägungen in der Kommunikation, im Zusammenleben und in der Arbeitswelt bewusster wahrzunehmen und besser einzuordnen. Anhand konkreter Situationen, Spielen und Simulationen werden typische Missverständnisse und unterschiedliche Erwartungen beleuchtet. Ziel ist es, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln, Missverständnisse zu vermeiden und sicherer im Umgang miteinander zu werden, sei es im Alltag oder im beruflichen Umfeld.
Entwickeln Sie mehr Verständnis für unterschiedliche Perspektiven, kommunizieren Sie sicherer und gewinnen Sie neue Handlungsmöglichkeiten für Alltag und Beruf.
Anmeldungen über vhs Kreis Offenbach; Kursnummer: 262D010701
Hundstadt hat eine bemerkenswerte jüngere Vergangenheit; es ist zwar ein recht kleiner Ort, ist aber mit den zahlenmäßig meisten Lagern im Usinger Land versehen gewesen. Diese bestanden zeitweise nacheinander, aber auch parallel zueinander in verschiedenen Bereichen von Hundstadt.
Ausgang dafür war zuerst der Reichsarbeitsdienst (RAD), der bereits im Juli 1933 in Laubach ein Lager errichtete, das später dann aber nach Hundstadt verlegt wurde. Dessen Bau begann hier Ende März 1935 und wurde dann im Juli 1936 als RAD-Lager „Bemelberg“ eingeweiht, belegt mit der RAD-Abteilung 4/252. In der Nähe dazu wur-den weiterhin drei Holzbaracken für die dortige RAD-Führung aufgebaut. – Daneben wurde auf einem anderen größeren Geländeabschnitt von Hundstadt – in Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg – im Oktober 1937 die „Heeres-Nebenmunitionsanstalt Wilhelmsdorf“ geplant, dessen Bau dort dann im Juli 1938 begann. Zur Unter-bringung von ausländischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die in der „Muna“ später zur Arbeit eingesetzt werden sollten, entstand daneben dann auch noch ein weiteres Lager mit der zynischen Bezeichnung „Waldfrie-den“.
Nachdem viele der RAD-Angehörigen zum Kriegsdienst an der Front eingesetzt wurden, wurde auf dem Gelände des RAD-Lagers „Bemelberg“ ein Wehrertüchtigungslager der Hitlerjugend (HJ) eingerichtet, um auch die Ju-gend auf den späteren Kriegsdienst vorzubereiten. – Und im Zusammenhang mit der Untertageverlagerung vor allem der Propellerproduktion der VDM Luftfahrtwerke an und in den „Hasselborner Tunnel“ wurde dort dann im Frühjahr 1944 noch ein Außenlager des „Arbeitserziehungslagers“ in Frankfurt-Heddernheim errichtet, ein „Konzentrationslager der Gestapo“, bekannt als „KZ Rhein-Main“.
Nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wurde es von der amerikanischen Armee im April 1945 kurzzeitig in ein Lager für deutsche Kriegsgefangene umgewandelt. Daneben entstand aber auch ein Lager für Displaced Persons (DP), für vom Nazi-Regime verschleppte ausländische Zwangsarbeiter, die wieder zurück in ihre bisherige Heimat oder aber in eine neue wollten. Aus der, nach dem Krieg wieder neu entstandenen Tschechoslowakei kamen im Mai 1946 von dort vertriebene Sudetendeutsche nach Hundstadt, die in alle vier bisher dort existierenden Lager verteilt wurden, unter Einschluss auch der „Muna“. In den nachfolgenden Jahren fanden viele von diesen endgültig in Hundstadt selbst oder aber auch in der näheren Umgebung eine neue Heimat.
1958 folgte dann die vorerst letzte Etappe in der Geschichte der „Muna“: Den dortigen Bewohnern und kleinen Betrieben (einschließlich denen im daneben liegenden Lager „Waldfrieden“) wurden auf Betreiben des Bundesin-nenministeriums gekündigt, um die „Muna Hundstadt“ als Zentrallager des Bundesgrenzschutzes (BGS) nut-zen zu können. Aus diesem wurde dann am 1. Juli 2005 das zentrale „Versorgungslager Hundstadt“ der Bun-despolizei, das als einziges Lager bis in die heutige Zeit in Hundstadt verblieben ist.
Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Hochtaunus entgegen: Füllerstraße 1, 61440 Oberursel/Ts., Telefon: 06171 / 58 48-0; e-mail: info@vhs-hochtaunus.de; Internet: http://www.vhs-hochtaunus.de/.
Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen
Vorgestellt werden die Ergebnisse intensiver Quellenforschung in deutschen, britischen, israelischen und amerikanischen Archiven über Orte im Taunus, die im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielten. Die Bauwerke und Infrastruktur dieser Orte sind u. a. durch Zwangsarbeit von Häftlingen aus Konzentrationslagern entstanden. Anhand von konkreten Beispielen wird das menschenverachtende Nazi-Programm der „Vernichtung durch Arbeit“ dar-gestellt.
Im Einzelnen wird berichtet über das KZ-Außenlager „Tannenwald“ neben Schloss Kransberg (Stammlager: Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar/Thüringen), damals als Teil des ehemaligen Führerhauptquartiers „Adlerhorst“ ein Hauptquartier von Himmler und Göring; weiterhin über das KZ-Außenlager Merzhausen auf dem ehemaligen Flugplatz des Führerhaupt-quartiers (SS-Sonderlager/KZ Hinzert im Hunsrück) und über das KZ-Außenlager Hundstadt am Hasselborner Tunnel („Arbeitserziehungslager“ der Gestapo in Frankfurt-Heddernheim).
Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Hochtaunus entgegen: Füllerstraße 1, 61440 Oberursel/Ts., Telefon: 06171 / 58 48-0, Telefax: 06171 / 58 48-10, e-mail: info@vhs-hochtaunus.de, Internet: http://www.vhs-hochtaunus.de/.
Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung im Hochtaunuskreis, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Bad Homburg und Hochtaunus.
Unter sachkundiger Führung von Mitgliedern der AG des DGB führt dieser antifaschis-tische Stadtrundgang zu Erinnerungsorten, die lange Zeit kaum beachteten Opfergrup-pen der nationalsozialistischen Verfolgung gewidmet sind. Im Mittelpunkt stehen Men-schen, die nicht in das rassistische und ausgrenzende Weltbild der NS-Diktatur pass-ten und deshalb diskriminiert, entrechtet und verfolgt wurden. Dazu gehörten unter anderem queere Menschen, als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ stigmatisierte Per-sonen sowie Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Während andere Opfergruppen nach 1945 zunehmend in die öffentliche Erinnerung aufgenom-men wurden, blieben viele dieser Verfolgten über Jahrzehnte hinweg ausgegrenzt. Häufig erhielten sie weder gesellschaftliche Anerkennung noch eine Entschädigung für das erlittene Unrecht. Die Folgen von Ausgrenzung und Diskriminierung wirkten für viele Betroffene weit über das Ende des Nationalsozialismus hinaus fort.
Der Rundgang macht die Schicksale dieser Menschen sichtbar und beleuchtet die Ge-schichte einer lange verdrängten Verfolgung. Er lädt dazu ein, den Blick auf jene Op-fergruppen zu richten, die bis heute oft zu wenig Beachtung finden.
Die Stadtrundgänge werden seit 1979 von der AG Antifaschistischer Stadtrundgang des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Frankfurt am Main angeboten. Die AG besteht seit Anfang der 1960er Jahre und wurde damals von Widerstandskämpfer/innen mitgegründet.
Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung im Hochtaunuskreis, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Bad Homburg und Hochtaunus.
Die unselige Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland war auch geprägt durch das menschenverachtende Nazi-Programm der „Vernichtung durch Arbeit“, dem nach dem Überfall auf die europäischen Nachbarländer Millionen von ausländischen Zwangsarbei-tern, vor allem aber auch die Häftlinge in den Konzentrationslagern ausgeliefert waren. Wenig hingegen ist darüber bekannt, dass im Machtbereich der Nazis zum Ende des Zwei-ten Weltkriegs auch mobile Häftlingskommandos gezielt zur Beseitigung von alliierten Bombenschäden eingesetzt worden sind.
Diesmal wird über neuere Forschungsergebnisse zu einem solchen mobilen „Konzentra-tionslager auf Rädern“ berichtet, der so genannten 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade. Die-ses Kommando wurde am 24.12.1944 im KZ Sachsenhausen aufgestellt und bestand aus 504 Häftlingen mit ihren SS-Bewachern. Es wurde zuerst in Kamp am Rhein und danach in Bad Kreuznach stationiert, und anschließend über Mainz und Frankfurt am Main nach Bad Nauheim verlegt. Hier wurde sie am Güterbahnhof Friedberg eingesetzt. Diese 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade kam dann im März 1945 auch noch nach Gießen und Großen-Buseck, um auch dort die im Kriegsverlauf durch alliierte Bombenangriffe massiv zerstörten Schienenanlagen wieder notdürftig zu reparieren. Danach wurde sie weiter nach Dresden und Pilsen verlegt, bevor sie kurz vor dem Kriegsende dann endgültig im Außenlager Ebensee des KZ Mauthausen aufgelöst wurde.
Die 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade war ein gefährliches, mörderisches KZ-Kommando und hinterließ an vielen ihrer Stationierungs- und Einsatzorte auch eine verräterische Blutspur in Form von Gräbern von Häftlingen, die mangels ausreichender Ernährung an Entkräf-tung starben, von der SS ermordet worden sind oder durch alliierte Bombenabwürfe auf ihre wechselnden Arbeitsplätze getötet wurden.
Referent: Bernd Vorlaeufer-Germer, Regionalhistoriker aus Bad Homburg v. d. Höhe
Anmeldungen nimmt die die Volkshochschule Bad Homburg entgegen: Telefon: 06172 / 230 06, eMail: info@vhs-badhom-burg.de.
Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den beiden Volkshochschulen in Bad Homburg v. d. Höhe und Oberursel/Ts.
Wer etwas schreibt, teilt etwas mit – bewusst und unbewusst. Wer etwas liest, nimmt etwas auf – bewusst und unbewusst. In literarischen Texten finden sich Informationen über Personen, persönliche Beziehungen, Regeln von Beziehungen und über sogenannte Strukturen, innerhalb derer sich Menschen verhalten. Leser*innen nehmen nun nicht eins zu eins auf, was in Texten vermittelt werden kann, sondern nur das, was sie selbst als Wahrnehmungsmuster besitzen. Diese wirken als Filter. Diese sind von Interesse für die Analyse unserer Gesellschaft. Grundlage der Veranstaltung ist ein zweibändiges Werk, in dem etwa 140 Texte von fast 100 Autor*innen versammelt sind.
Alsfeld war bereits früh von der nationalsozialistischen Ideologie geprägt. Aus der Stadt gingen mehrere Männer hervor, die im NS-Staat Karriere machten oder ihre Parteizugehörigkeit nutzten, um Macht auszuüben und Verfolgung zu unterstützen – bis hin zum Druck auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Zugleich verehrten die lokalen Nationalsozialisten einen sogenannten „Märtyrer der Bewegung“ aus ihren Reihen.
Wie verliefen die beruflichen und politischen Lebenswege dieser Männer? Welche Funktionen und Einflussmöglichkeiten hatten sie in Alsfeld und im NS-Staat? Und wie wirkten ihre Entscheidungen auf die lokale Gesellschaft?
Anhand lokaler Beispiele (Presseausschnitte, Verwaltungsakten, Erinnerungsberichte) werden Mechanismen von Anpassung, Opportunismus, Karrierismus und Macht sichtbar gemacht. Zugleich wird thematisiert, wie frühzeitige Ideologisierung und Netzwerke vor Ort das Handeln Einzelner ermöglichten – und welche Folgen dies für die verfolgten Menschen in der Stadt hatte.
Inhalte:
• Frühphase des Nationalsozialismus in Alsfeld: Strukturen, Netzwerke, lokale Dynamiken
• Biografische Schlaglichter auf zentrale Akteure und ihre Aufstiege im NS-System
• Der Kult um „Märtyrer der Bewegung“ und seine Wirkung auf die lokale Mobilisierung
• Reflexion über Verantwortung, Mitwirkung und Widerstand im Umfeld der NS-Diktatur
• Sensibilisierung für die Bedeutung lokaler Erinnerungskultur
Nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 hat das NS-Regime zur Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges verstärkt aufgerüstet. Der Grundstein dafür wurde im Vierjahresplan 1936 bis 1940 gelegt. Ziel war neben der Herstellung synthetischer Rohstoffe (Benzin und Gummi) unter anderem auch der Aufbau einer flexiblen und leistungsstarken Sprengstoffindustrie.
Zur Tarnung wurden viele neue Rüstungsstandorte in Waldgebieten eingerichtet.
So wurden von den drei Teilstreitkräften der Wehrmacht (Heer, Marine und Luftwaffe) ab 1936 dezentral im gesamten Reichsgebiet auch insgesamt 370 Munitionsanstalten aufgebaut und betrieben. Diese staatlichen Einrichtungen hatten die Aufgabe, die bereits fertiggestellte oder angelieferte Munition bis zur Abgabe an die Truppe aufzubewahren und zu verwalten. Dazu sollten auch die dort durchgeführten Munitionsarbeiten mit scharfen und unscharfen Munitionsteilen, Werkstoffen, Munitions- und Betriebsgeräten dienen. – Die Teilnehmenden an unserer Exkursion werden dort direkt am Stacheldrahtzaun über die damalige „Heeres-Neben-Munitionsanstalt Wilhelmsdorf“ informiert, die heute als „Muna Hundstadt“ bekannt ist.
Im Taunus gab es während des Zweiten Weltkrieges Stätten, die für das Kriegsgeschehen eine besondere Bedeutung hatten, die aber heute fast niemand mehr kennt. Auch unsere nähere Heimat war in das stra-tegische Denken und Handeln der Nationalsozialisten einbezogen. Mit dieser Alternativen Taunus-Rund-fahrt sollen diese Stätten des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte und deren Bedeutung dem Vergessen entrissen werden.
1. Station: „ADLERHORST“
Das ehemalige Führerhauptquartier in Ziegenberg/Wiesental
Die „Operation Seelöwe“ 1940
Heeresgenesungsheim 1941-44
Hauptquartier des Oberbefehlshabers West zur „Ardennenoffensive“ 1944/45
2. Station: SCHLOSS KRANSBERG
Teil des ehemaligen Führerhauptquartiers „Adlerhorst“
Hauptquartier u. a. von Himmler und Göring
Außenlager „Tannenwald“ des Konzentrationslagers Buchenwald 1944/45
Anglo-amerikanisches Vernehmungszentrum „Dustbin“ 1945-47 u. v. a.
3 Station: HASSELBORNER TUNNEL
„Führertunnel“ im II. Weltkrieg
Luftwaffen-Hauptquartier in Hasselborn 1940/41
Rüstungsproduktion: Propeller für deutsche Jagdflugzeuge 1943-45
KZ-Außenlager Hundstadt des „Arbeitserziehungslagers“ Frankfurt-Heddernheim
4. Station: FLUGPLATZ MERZHAUSEN
Einsatzhafen der Luftwaffe
Flugplatz des Führerhauptquartiers „Adlerhorst“
Außenlager des SS-Sonderlagers / KZ Hinzert (Hunsrück) 1944
Jagdgeschwader 2 „Richthofen“ 1944/45
In der östlichen Taunusregion gab es während des Zweiten Weltkrieges Stätten, die für den Nationalsozialismus und das Kriegsgeschehen eine besondere Bedeutung hatten, die aber heute nur noch wenige kennen.
Dazu gehörte auch der Flugplatz Merzhausen, der ab 1937 zwischen Merzhausen und Wilhelmsdorf als ein Einsatzhafen der Luftwaffe für den vorgese-henen Überfall auf die westlichen Nachbarländer gebaut wurde. Die dafür notwendigen Ge-bäude wurden als landwirtschaftliches Anwesen getarnt, die Start- und Landebahn als Schaf-wiese. Im Herbst 1939 erfolgte die erste Belegung mit einer Einheit der Luftwaffe, dem im späteren Kriegsgeschehen weitere folgen sollten. – In einer ruhigeren Zwischenphase wurde der Platz als Wehrertüchtigungslager der Hitlerjugend benutzt, um diese auf ihren Fronteinsatz vorzubereiten.
Im Sommer 1944 wurde für die Arbeiten zur Verlängerung der Start- und Landebahn des Flug-platzes in westlicher Richtung ein Außenlager des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert im Hunsrück mit 30 politischen Gefangenen aus Luxemburg eingerichtet. Diese Häftlinge waren mit der Vereinnahmung ihres kleinen Landes durch das Nazi-Regime nicht einverstanden und hatten sich auf die unterschiedlichste Art und Weise dagegen gewehrt.
In den Jahren 1944/45 erlangte der Flugplatz dann größere Bedeutung: Am 12. Mai 1944 wurden heftige Luftkämpfe über dem Platz ausgetragen, und alliierte Angriffe erfolgten dann auch Anfang September 1944. Aber am 24. Dezember 1944 wurde der Einsatzhafen zusam-men mit dem Dorf Merzhausen durch die 8. US-Luftflotte massiv durch Bombenabwürfe an-gegriffen und teilweise erheblich zerstört. Zu Neujahr 1945 erfolgte der letzte große Angriff der deutschen Luftwaffe – auch von Merzhausen aus. Doch Ende März 1945 war auch hier der Krieg endlich zu Ende. Danach musste dann aber noch groß aufgeräumt werden.
Anschließend soll dann auch noch kurz über die interessante Nachkriegsgeschichte des ehe-maligen Flugplatzgeländes bis in die heutige Zeit berichtet werden.
Vor dem Hintergrund globaler Krisen, geopolitischer Spannungen und massiver Aufrüstung fragt der Vortrag nach dem verfassungsmäßigen Auftrag der Bundeswehr. Er rückt Moral, Rechtsbindung und demokratische Staatsbürgerschaft in Uniform sowie die politischen Erwartungen an die Streitkräfte in den Fokus.
Oberstleutnant a. D. Jürgen Rose, Gründungsmitglied des “Darmstädter Signals”, beleuchtet aus kritisch-reflektierter Perspektive, wie Soldat*innen den Artikel 87a GG, die Innere Führung, die Grenzen militärischer Gewalt und ihre persönliche Verantwortung gestalten.
Der Vortrag öffnet den Raum für eine offene Diskussion über die Rolle der Bundeswehr in der Demokratie heute.
Angesichts immer komplexerer Verwaltungsprozesse und wachsender Kommunikationsbarrieren fragt der Salon, welche Rolle Sprache für eine lebendige Demokratie spielt. Der Politologe Lothar Wiegand zeigt, wie Amtsdeutsch durch unnötige Abstraktion, technokratische Begriffe und bürokratische Floskeln Bürger*innen ausschließt – und warum verständliche Sprache politische Teilhabe erst möglich macht.
Anhand von Beispielen wie „raumübergreifendes Großgrün“ (Baum) oder „Personenbeförderungsdokument“ (Fahrkarte) zeigt Wiegand, wie unverständliche Formulierungen den Alltag verkomplizieren. Sein Plädoyer: Klarheit stärkt Vertrauen und Beteiligung.