Karrieren im Dienst der Diktatur
– Alsfeld und seine Akteure im Nationalsozialismus –
Alsfeld war bereits früh von der nationalsozialistischen Ideologie geprägt. Aus der Stadt gingen mehrere Männer hervor, die im NS-Staat Karriere machten oder ihre Parteizugehörigkeit nutzten, um Macht auszuüben und Verfolgung zu unterstützen – bis hin zum Druck auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Zugleich verehrten die lokalen Nationalsozialisten einen sogenannten „Märtyrer der Bewegung“ aus ihren Reihen.
Wie verliefen die beruflichen und politischen Lebenswege dieser Männer? Welche Funktionen und Einflussmöglichkeiten hatten sie in Alsfeld und im NS-Staat? Und wie wirkten ihre Entscheidungen auf die lokale Gesellschaft?
Anhand lokaler Beispiele (Presseausschnitte, Verwaltungsakten, Erinnerungsberichte) werden Mechanismen von Anpassung, Opportunismus, Karrierismus und Macht sichtbar gemacht. Zugleich wird thematisiert, wie frühzeitige Ideologisierung und Netzwerke vor Ort das Handeln Einzelner ermöglichten – und welche Folgen dies für die verfolgten Menschen in der Stadt hatte.
Inhalte:
• Frühphase des Nationalsozialismus in Alsfeld: Strukturen, Netzwerke, lokale Dynamiken
• Biografische Schlaglichter auf zentrale Akteure und ihre Aufstiege im NS-System
• Der Kult um „Märtyrer der Bewegung“ und seine Wirkung auf die lokale Mobilisierung
• Reflexion über Verantwortung, Mitwirkung und Widerstand im Umfeld der NS-Diktatur
• Sensibilisierung für die Bedeutung lokaler Erinnerungskultur