- Impulsvortrtrag Sabine Schwarz: Lernende Region Köln
- Gemeinsam vernetzt in Offenbach: Workshops zur gemeinsamen Entwicklung von Zukunftsideen
- Fokus: Mütter mit Deutsch als Zweitsprache und Grundbildungsbedarf
Die Geschichte der Autoindustrie ist voller Krisen. Falsche Modellpolitik, verweigerte Antriebswechsel – Stichwort “Technologieoffenheit”, sinkende Nachfrage und weltweite Überkapazitäten sind die Symptome.
Lohnsenkungen, Betriebsschließungen und massiver Personalabbau sind die falschen Mittel. Die deutsche Auto- und Zulieferindustrie hat schlicht den Anschluss verpasst. In der Konkurrenz zu chinesischen Herstellern und gegen die Abschottung des US-Marktes ist kaum etwas zu gewinnen – schon gar nicht für die Arbeiter*innen.
Am Beispiel von Volkswagen beleuchten wir die Geschichte und die anstehenden Herausforderungen – Elektromobilität, Digitalisierung, Konkurrenz und Transformation der Mobilität. Wir besuchen das VW-Werk und erkunden neue Mobilitätsmöglichkeiten.
Wenn Sie Interesse an unserem Bildungsurlaub haben, können Sie sich hier weitere Informationen abrufen und sich anmelden.
Berlin, 16./17. Juni 2026 – Unter dem Leitthema „Gemeinsam für mehr Bildungsgerechtigkeit vor Ort” fand in Berlin die Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 statt. NetzWege war mit dabei und konnte das Thema Grundbildung gleich an zwei Stellen in das bundesweite Fachpublikum einbringen.
Grundbildung in der Fishbowl-Diskussion
In der Fishbowl-Diskussion #7 „Mehr Bildungsgerechtigkeit durch kommunale und nachhaltig verankerte Grundbildung” diskutierten Fachleute aus Praxis und Wissenschaft eine zentrale Frage: Warum kommt Grundbildung in kommunalen Bildungsberichten und Steuerungsrunden kaum vor, obwohl mindestens 6,2 Millionen Menschen in Deutschland erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen haben?
Das Ergebnis war eindeutig: Grundbildung findet überall vor Ort statt: in Alphabetisierungskursen, Beratungen, Integrations- und Sprachkursen, Betrieben und Familienzentren. Aber sie wird nicht als solche erkannt. Was nicht erkannt wird, wird nicht gezählt, nicht geplant, nicht gesteuert. Diese Lücke gilt es zu schließen.
Deutlich wurde in der Diskussion auch: Grundbildung ist kein Randthema, sondern ein Querschnittsthema, relevant im Sozialraum, in der Familienbildung und bei der Fachkräftesicherung. Theresa Hamilton von der Stiftung Grundbildung Berlin verdeutlichte eindrücklich, dass Grundbildung ebenso im Krisenmanagement und Katastrophenschutz mitgedacht werden muss: Wer in einer Notlage einen Aushang nicht lesen kann, ist doppelt vulnerabel.
Kommunales Bildungsmanagement verfügt über die geeigneten Instrumente, um Grundbildungsbedarfe und -Angebote vor Ort sichtbar zu machen und strategisch zu verankern. Es gilt, Grundbildung konsequent mit diesen Instrumenten zu verzahnen.
An der Fishbowl wirkten mit: Nora Schrimpf (NetzWege, Arbeit und Leben Hessen), Dr. Judith Lechner (VHS Hanau) und Dr. Sabine Schwarz (Kompetenzzentrum GrundbildungsPFADE, Lernende Region – Netzwerk Köln e.V.).
Grundbildung erlebbar machen – am Stand beim Markt der Möglichkeiten
Beim Markt der Möglichkeiten präsentierten NetzWege, die Stiftung Grundbildung Berlin, der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. mit seinem Lernportal sowie die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. gemeinsam an einem Stand konkrete Praxisansätze. Grundbildung wurde im direkten Austausch mit kommunalen Akteuren aus dem gesamten Bundesgebiet greifbar, diskutierbar und erlebbar.
Die Bundeskonferenz 2026 hat gezeigt: Das Interesse an Grundbildung als kommunalem Handlungsfeld wächst. NetzWege wird diesen Impuls aufgreifen und den Ansatz, Grundbildung mit den Strukturen des kommunalen Bildungsmanagements zu verbinden, weiter voranbringen.
Vom 25. bis 27. Juni 2026 waren die beiden neuen Projekte FIT und DiaEn bei der DGB-Tagung „Gemeinsam stark für Arbeitnehmerinteressen im Handwerk” im Haus Ohrbeck in Georgsmarienhütte mit jeweils einem Workshop vertreten. Vor DGB-Regionalsekretärinnen und Arbeitnehmer-Vizepräsidentinnen aus den Handwerkskammern stellte Arbeit und Leben Hessen beide Projekte und ihre bildungspolitischen Zielsetzungen vor.
Im Workshop von FIT stand die Frage im Zentrum, wie junge Menschen und Auszubildende wirksamer für ein Engagement in der handwerklichen Selbstverwaltung erreicht werden können. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden bestehende Zugangswege ebenso in den Blick genommen wie strukturelle und kommunikative Hemmnisse, die einer stärkeren Beteiligung junger Beschäftigter bislang entgegenstehen.
Der Workshop von DiaEn widmete sich in Form eines World Cafés der Energiewende im Handwerk aus Sicht der Selbstverwaltung. Im Austausch wurden unterschiedliche Deutungsmuster und Positionen sichtbar gemacht und diskutiert, wie Handwerkskammern und Innungen die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende aktiv mitgestalten können.
Beide Formate boten Raum für einen ersten fachlichen Austausch mit zentralen Akteur*innen der Selbstverwaltung und bilden eine tragfähige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit von FIT und DiaEn mit dem DGB-Handwerkssekretariat sowie den Handwerkskammern.
© REHvolution/photocase.de Wir haben noch zwei freie Erasmus+ – Plätze, für Auszubildende oder Menschen die ihre Ausbildung gerade beendet haben. Sie müssen nur zwei Voraussetzungen erfüllen: Das Praktikum muss im Zeitraum zwischen September 2026 und April 2027 absolviert werden und länger als drei Monate dauern. Wenn Sie Erfahrungen im Ausland sammeln wollen, wenden Sie sich gerne an m.engelschalk@aul-hessen.de
Unsere Fortbildung für Interessierte und Teamende der politischen Bildungsarbeit wurde überarbeitet und geht in die nächste Runde:
In der zweiteiligen Fortbildung werden die grundlegenden Kompetenzen vermittelt, um als Teamer*in in der politischen Bildung aktiv zu werden – egal, ob erste Erfahrungen gesammelt oder Wissen vertieft werden soll.
Weitere Infos gibt es hier.
Wir freuen uns sehr, dass die Broschüre „Ankommen in Deutschland“, die im vergangenen Jahr von Arbeit und Leben Hessen für Auszubildende und Fachkräfte aus dem Ausland sowie deren Arbeitgeber*innen veröffentlicht wurde, ab sofort auch in arabischer Sprache erhältlich ist.
Unsere praxisnahe Handreichung entstand im Rahmen des Programms „THAMM Plus“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Sie bündelt wertvolle Einblicke, umfangreiche Expertise sowie die gesammelten Erfahrungen zahlreicher Azubis, Fachkräfte und Arbeitgeber*innen aus den Bereichen Migration und Integration. Mithilfe von Interviews und Gruppendiskussionen mit Programmteilnehmenden und Expert*innen haben wir einen umfassenden Leitfaden mit konkreten Tipps, hilfreichen Informationen und Ideen für Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt.
Die positive Resonanz auf die deutsche Version hat das Projekt THAMM Plus motiviert, die Broschüre nun auch arabischsprachigen Menschen zugänglich zu machen. So bieten wir nicht nur eine effiziente Orientierungshilfe für Azubis und Fachkräfte aus Nordafrika und anderen arabischsprachigen Ländern, sondern unterstützen auch Unternehmen in ganz Deutschland bei der Begleitung ihrer neuen Mitarbeitenden.
Die Erkenntnisse und Einblicke, die wir durch das Projekt gewinnen konnten, prägen und bereichern unsere tägliche Arbeit und unsere weiteren Angebote maßgeblich.
Sie möchten mehr erfahren? Die arabische und die deutsche Fassung der Broschüre stehen ab sofort zum Download bereit:
Arabische Fassung „Ankommen in Deutschland“
Deutsche Fassung „Ankommen in Deutschland“
Wie kann Grundbildung in Kommunen langfristig gestärkt und besser sichtbar gemacht werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 30. April 2026 Fachkräfte und Netzwerkpartner*innen aus Hanau, Offenbach, Wiesbaden und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg bei einem kommunalen Vernetzungstreffen des Projekts NetzWege in Frankfurt.
Im Mittelpunkt stand der Austausch darüber, wie Kommunen Zugänge zu Grundbildung verbessern, bestehende Angebote besser aufeinander abstimmen und nachhaltige Strukturen aufbauen können. Gemeinsam wurde diskutiert, welche Erfahrungen bereits vor Ort gemacht wurden, wo Herausforderungen liegen und welche nächsten Schritte bis Ende des Jahres umgesetzt werden sollen.
NetzWege verfolgt dabei das Ziel, Grundbildung in Hessen kommunal und sozialpartnerschaftlich weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit kommunalen Akteur*innen, Bildungsträgern und weiteren Netzwerkpartner*innen werden sogenannte Grundbildungspfade aufgebaut: niedrigschwellige und besser aufeinander abgestimmte Zugänge zu Bildungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen. Im Fokus stehen derzeit insbesondere junge Mütter mit Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache sowie junge Erwachsene ohne Schulabschluss.
Im Austausch der Kommunen ging es unter anderem um folgende Fragen:
Vorbereitet und gestaltet wurde das Treffen gemeinsam von Arbeit und Leben Hessen, dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft und involas. Moderiert wurde der Tag von den NetzWege-Kolleginnen Carolin Seelmann und Dr. Selin Arusoglu.
Die Ergebnisse des Treffens fließen direkt in die weitere Projektarbeit ein – etwa in die Entwicklung konkreter Unterstützungsangebote, die Weiterarbeit in den kommunalen Netzwerken und den Transfer der Ansätze auf weitere Kommunen.
„NetzWege: Grundbildung kommunal neu denken“ wird im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Anfang Februar konnten wir eine Gruppe Schüler*innen auf einer einwöchigen Gedenkstättenfahrt nach Theresienstadt (Terezín, Tschechien) begleiten. Ihre Eindrücke vom Aufenthalt an einem Ort des NS-Verbrechens haben zwei Schülerinnen hier beschrieben: https://www.heinrich-boell-schule.de/aktuelles/news-detailansicht/fahrt-des-profilbildungskurses-geschichte-nach-terezin.html.
Die Fahrt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Schule Hattersheim hat bereits zum vierten Mal stattgefunden und wird gefördert durch die Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) gGmbH. Weitere Informationen zu unseren Angeboten der historisch-politischen Bildung gibt es hier.
Arbeit und Leben Hessen ist seit Januar 2026 Teil des Projekts „Fit für die Zukunft des Handwerks. Perspektive Selbstverwaltung stärkt Ausbildung und Auszubildende“. Das Projekt verfolgt das Ziel, das Engagement in der Selbstverwaltung zu fördern und die Qualität der handwerklichen Ausbildung nachhaltig zu verbessern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Etablierung eines Generationendialogs, um den Austausch zwischen verschiedenen Altersgruppen im Handwerk zu intensivieren.
Im Rahmen der 28. IG Metall Bundeshandwerkskonferenz (12.-14. März 2026) übernahmen wir die Standbetreuung und hatten die Gelegenheit, mit den Teilnehmenden zu relevanten Themen der Selbstverwaltung ins Gespräch zu kommen. Das Projekt wird in Kooperation mit dem DGB-Handwerkssekretariat umgesetzt und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.
Im Rahmen der Betriebs- und Personalrätekonferenz „Veränderung der Arbeitswelt und Wirkmächtigkeit von Betriebsräten“ am 10. Februar 2026 in Gießen begleitet Arbeit und Leben Hessen den Workshop „Transformation im Betrieb und was brauchen Betriebs- und Personalräte dafür?“. Der Workshop beleuchtet, wie Betriebs- und Personalräte in Mittelhessen die Veränderungen in ihren Betrieben erleben, insbesondere den Wegfall von Industriearbeitsplätzen und die Transformation in Dienstleistungsunternehmen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden die benötigten Kompetenzen identifiziert, um diese Transformationsprozesse erfolgreich zu gestalten und aktiv mitzugestalten.
75 Jahre Arbeit und Leben Frankfurt. Ein wichtiges Zeichen für politische Bildung. Im Kaisersaal im Römer wurde dieses Jubiläum feierlich begangen.
Der Frankfurter Oberbürgermeister, Mike Josef, betonte in seinem Grußwort, wie zentral politische Bildung für eine demokratische Stadtgesellschaft ist. Demokratie braucht Menschen, die sich einmischen. Sie braucht Orte, an denen diskutiert, gestritten und gemeinsam gelernt wird. Arbeit und Leben schafft solche Orte seit 75 Jahren.
Auch die Keynote von Prof. Dr. Stephan Lessenich machte deutlich, dass Demokratie auf Begegnung angewiesen ist. Anhand konkreter Orte zeigte er, wie wichtig Räume des Austauschs sind, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Genau das leisten auch die Bildungsveranstaltungen von Arbeit und Leben. Sie verbinden Arbeit und Gesellschaft, Alltag und Politik, Erfahrung und Analyse.
Eindrücklich war auch das von Nora Schrimpf moderierte Gespräch zwischen Philipp Jacks und Danijel Dejanovic. Hier wurde spürbar, was die Grundlage von Arbeit und Leben ist. Die enge und verlässliche Zusammenarbeit von Gewerkschaften und Volkshochschulen. Diese besondere Konstellation trägt seit Jahrzehnten und sie ist aktueller denn je.
Wir gratulieren der regionalen AG Arbeit und Leben Frankfurt herzlich zu 75 Jahren Engagement, politischer Klarheit und solidarischer Bildungsarbeit. Auf viele weitere Jahre, in denen Demokratie nicht nur besprochen, sondern gestaltet wird.