Vorgestellt werden die Ergebnisse intensiver Quellenforschung in deutschen, britischen, israelischen und amerikanischen Archiven über Orte im Taunus, die im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielten. Die Bauwerke und Infrastruktur dieser Orte sind u. a. durch Zwangsarbeit von Häftlingen aus Konzentrationslagern entstanden. Anhand von konkreten Beispielen wird das menschenverachtende Nazi-Programm der „Vernichtung durch Arbeit“ dar-gestellt.
Im Einzelnen wird berichtet über das KZ-Außenlager „Tannenwald“ neben Schloss Kransberg (Stammlager: Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar/Thüringen), damals als Teil des ehemaligen Führerhauptquartiers „Adlerhorst“ ein Hauptquartier von Himmler und Göring; weiterhin über das KZ-Außenlager Merzhausen auf dem ehemaligen Flugplatz des Führerhaupt-quartiers (SS-Sonderlager/KZ Hinzert im Hunsrück) und über das KZ-Außenlager Hundstadt am Hasselborner Tunnel („Arbeitserziehungslager“ der Gestapo in Frankfurt-Heddernheim).

Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Hochtaunus entgegen: Füllerstraße 1, 61440 Oberursel/Ts., Telefon: 06171 / 58 48-0, Telefax: 06171 / 58 48-10, e-mail: info@vhs-hochtaunus.de, Internet: http://www.vhs-hochtaunus.de/.

Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung im Hochtaunuskreis, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Bad Homburg und Hochtaunus.

Unter sachkundiger Führung von Mitgliedern der AG des DGB führt dieser antifaschis-tische Stadtrundgang zu Erinnerungsorten, die lange Zeit kaum beachteten Opfergrup-pen der nationalsozialistischen Verfolgung gewidmet sind. Im Mittelpunkt stehen Men-schen, die nicht in das rassistische und ausgrenzende Weltbild der NS-Diktatur pass-ten und deshalb diskriminiert, entrechtet und verfolgt wurden. Dazu gehörten unter anderem queere Menschen, als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ stigmatisierte Per-sonen sowie Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Während andere Opfergruppen nach 1945 zunehmend in die öffentliche Erinnerung aufgenom-men wurden, blieben viele dieser Verfolgten über Jahrzehnte hinweg ausgegrenzt. Häufig erhielten sie weder gesellschaftliche Anerkennung noch eine Entschädigung für das erlittene Unrecht. Die Folgen von Ausgrenzung und Diskriminierung wirkten für viele Betroffene weit über das Ende des Nationalsozialismus hinaus fort.
Der Rundgang macht die Schicksale dieser Menschen sichtbar und beleuchtet die Ge-schichte einer lange verdrängten Verfolgung. Er lädt dazu ein, den Blick auf jene Op-fergruppen zu richten, die bis heute oft zu wenig Beachtung finden.

Die Stadtrundgänge werden seit 1979 von der AG Antifaschistischer Stadtrundgang des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Frankfurt am Main angeboten. Die AG besteht seit Anfang der 1960er Jahre und wurde damals von Widerstandskämpfer/innen mitgegründet.

Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung im Hochtaunuskreis, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Bad Homburg und Hochtaunus.

Die unselige Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland war auch geprägt durch das menschenverachtende Nazi-Programm der „Vernichtung durch Arbeit“, dem nach dem Überfall auf die europäischen Nachbarländer Millionen von ausländischen Zwangsarbei-tern, vor allem aber auch die Häftlinge in den Konzentrationslagern ausgeliefert waren. Wenig hingegen ist darüber bekannt, dass im Machtbereich der Nazis zum Ende des Zwei-ten Weltkriegs auch mobile Häftlingskommandos gezielt zur Beseitigung von alliierten Bombenschäden eingesetzt worden sind.
Diesmal wird über neuere Forschungsergebnisse zu einem solchen mobilen „Konzentra-tionslager auf Rädern“ berichtet, der so genannten 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade. Die-ses Kommando wurde am 24.12.1944 im KZ Sachsenhausen aufgestellt und bestand aus 504 Häftlingen mit ihren SS-Bewachern. Es wurde zuerst in Kamp am Rhein und danach in Bad Kreuznach stationiert, und anschließend über Mainz und Frankfurt am Main nach Bad Nauheim verlegt. Hier wurde sie am Güterbahnhof Friedberg eingesetzt. Diese 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade kam dann im März 1945 auch noch nach Gießen und Großen-Buseck, um auch dort die im Kriegsverlauf durch alliierte Bombenangriffe massiv zerstörten Schienenanlagen wieder notdürftig zu reparieren. Danach wurde sie weiter nach Dresden und Pilsen verlegt, bevor sie kurz vor dem Kriegsende dann endgültig im Außenlager Ebensee des KZ Mauthausen aufgelöst wurde.
Die 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade war ein gefährliches, mörderisches KZ-Kommando und hinterließ an vielen ihrer Stationierungs- und Einsatzorte auch eine verräterische Blutspur in Form von Gräbern von Häftlingen, die mangels ausreichender Ernährung an Entkräf-tung starben, von der SS ermordet worden sind oder durch alliierte Bombenabwürfe auf ihre wechselnden Arbeitsplätze getötet wurden.

Referent: Bernd Vorlaeufer-Germer, Regionalhistoriker aus Bad Homburg v. d. Höhe
Anmeldungen nimmt die die Volkshochschule Bad Homburg entgegen: Telefon: 06172 / 230 06, eMail: info@vhs-badhom-burg.de.

Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den beiden Volkshochschulen in Bad Homburg v. d. Höhe und Oberursel/Ts.

Wer etwas schreibt, teilt etwas mit – bewusst und unbewusst. Wer etwas liest, nimmt etwas auf – bewusst und unbewusst. In literarischen Texten finden sich Informationen über Personen, persönliche Beziehungen, Regeln von Beziehungen und über sogenannte Strukturen, innerhalb derer sich Menschen verhalten. Leser*innen nehmen nun nicht eins zu eins auf, was in Texten vermittelt werden kann, sondern nur das, was sie selbst als Wahrnehmungsmuster besitzen. Diese wirken als Filter. Diese sind von Interesse für die Analyse unserer Gesellschaft. Grundlage der Veranstaltung ist ein zweibändiges Werk, in dem etwa 140 Texte von fast 100 Autor*innen versammelt sind.

Alsfeld war bereits früh von der nationalsozialistischen Ideologie geprägt. Aus der Stadt gingen mehrere Männer hervor, die im NS-Staat Karriere machten oder ihre Parteizugehörigkeit nutzten, um Macht auszuüben und Verfolgung zu unterstützen – bis hin zum Druck auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Zugleich verehrten die lokalen Nationalsozialisten einen sogenannten „Märtyrer der Bewegung“ aus ihren Reihen.
Wie verliefen die beruflichen und politischen Lebenswege dieser Männer? Welche Funktionen und Einflussmöglichkeiten hatten sie in Alsfeld und im NS-Staat? Und wie wirkten ihre Entscheidungen auf die lokale Gesellschaft?

Anhand lokaler Beispiele (Presseausschnitte, Verwaltungsakten, Erinnerungsberichte) werden Mechanismen von Anpassung, Opportunismus, Karrierismus und Macht sichtbar gemacht. Zugleich wird thematisiert, wie frühzeitige Ideologisierung und Netzwerke vor Ort das Handeln Einzelner ermöglichten – und welche Folgen dies für die verfolgten Menschen in der Stadt hatte.

Inhalte:

• Frühphase des Nationalsozialismus in Alsfeld: Strukturen, Netzwerke, lokale Dynamiken
• Biografische Schlaglichter auf zentrale Akteure und ihre Aufstiege im NS-System
• Der Kult um „Märtyrer der Bewegung“ und seine Wirkung auf die lokale Mobilisierung
• Reflexion über Verantwortung, Mitwirkung und Widerstand im Umfeld der NS-Diktatur
• Sensibilisierung für die Bedeutung lokaler Erinnerungskultur

Politische Bildung schafft Räume, in denen wir unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, kontrovers diskutieren und gemeinsam darüber nachdenken, wie wir unsere Gesellschaft gestalten wollen. Sie soll Orientierung geben, Dialog ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Doch die politische Bildung gerät zunehmend unter Druck. Träger demokratischer Bildungsarbeit werden unter Generalverdacht gestellt, ihre politische und fachliche Unabhängigkeit wird angegriffen, öffentliche Mittel werden gekürzt und bereits bewilligte Fördergelder eingefroren.
Was bedeutet diese Entwicklung für Schulen, Universitäten und die außerschulische politische Bildung? Und welche Rolle kommt politischer Bildung in einer Zeit zu, in der demokratische Grundwerte zunehmend unter Druck geraten?
Gemeinsam mit Vertreter*innen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), des Netzwerks für Demokratie und Courage (NDC) und OFEK e.V. (Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung) diskutieren wir über aktuelle Herausforderungen, Erfahrungen aus der Praxis und die Frage, wie demokratische Bildungsarbeit gestärkt werden kann.

Diese Veranstaltung wird im Rahmen unseres gemeinsamen Jahresschwerpunkts zu Antifaschismus als Kooperationsveranstaltung von AuL Hessen, DGB BW und ver.di BW organisiert und durchgeführt.

Kommen Sie einfach vorbei. Sie müssen sich nicht vorher anmelden.

Mit der Frage, warum Gewerkschaften heute für Jung und Alt wichtig und notwendig sind, setzen wir unsere Seminarreihe zur sozialen Demokratie fort. Die DGBGewerkschaften vertreten ca. 6 Millionen abhängig Beschäftigte. Nur durch solidarisches Handeln können sie Tarifverträge aushandeln, die gute Arbeitsbedingungen und auskömmliche Löhne sichern. Auch die soziale Absicherung – etwa Kranken- und Rentenversicherung – hängt von einer aktiven Gewerkschaft ab. Für Auszubildende kämpft sie um gute Ausbildungsbedingungen, eine existenzsicherende Vergütung und Übernahme nach der Ausbildung. Für Rentner:innen gilt: Nur wenn Gewerkschaften Lohnerhöhungen erstreiten, wird auch die Rente erhöht. Junge und ältere Menschen sollen über diese Themen ins Gespräch kommen.

Im Seminar wird uns Roland Väth, AG Frieden der Naturfreunde, seine Arbeit vorstellen und mit uns ins Gespräch kommen. Wir schauen auf aktuelle Entwicklungen in Kommunal- und Landtagswahlen, autoritäre Verschiebungen sowie Handlungsoptionen der Gewerkschaften. Wir entwickeln gemeinsam praxisnahe und wirksame Strategien für den Umgang mit rechten Bedrohungen. Mit Stefan Würzbach, DGB, Abteilungsleiter Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, sprechen wir über Reformen, die den Sozialstaat bedrohen.

Prag ist ein Epizentrum europäischer Geschichte und Politik. Seit dem Mittelalter war die Stadt immer wieder Impulsgeberin für Ereignisse und Entwicklungen, die nicht nur die tschechische, sondern die Geschichte des Kontinents nachhaltig mit prägten. Dabei ist es vor allem das 20. Jahrhundert, dass das Verhältnis des Landes zu Deutschland und Europa nachhaltig mitbestimmte.
Die Erfahrungen von Okkupation und Vernichtung durch die Nazis, von Flucht und Vertreibung während des Krieges, aber auch von Fremdbestimmung und Gewaltherrschaft – z.B. nach der Niederschlagung des Prager Frühlings – sind einschneidende Ereignisse, die für die Erinnerungskultur des Landes prägend sind. Heute, mehr als 20 Jahre nach dem Beitritt, ist Tschechien längst in der EU angekommen, Prag zu einem kulturellen Zentrum und Sehnsuchtsort in Europa geworden.
Dennoch ist das Verhältnis zu Europa mannigfaltig. Mit dem erneuten Wahlsieg 2025 bestimmt unter Ministerpräsidenten Andrej Babiš (ANO-Partei) eine Koalition aus rechtspopulistischen bzw. rechtsextremen und europaskeptischen Parteien die Politik in Tschechien. Mit dieser Studienfahrt möchten wir Ihnen unterschiedliche Facetten der Geschichte, der aktuellen Politik und gesellschaftlichen Entwicklungen am Beispiel der Stadt Prag näherbringen. Wir möchten den langen Weg der Tschechinnen und Tschechen in die Europäische Union besser verstehen und aus heutiger Perspektive diskutieren. Dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein.

Alle weiteren Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

News

Qualifizierung – Grundlagen der Politischen Bildung

Zwei Personen arbeiten gemeinsam an einem Tisch und schreiben auf bunte Karten. Im Hintergrund steht eine Pinnwand mit Notizzetteln und dem Titel „Grundlagen des Teamens“.

Unsere Fortbildung für Interessierte und Teamende der politischen Bildungsarbeit wurde überarbeitet und geht in die nächste Runde:

In der zweiteiligen Fortbildung werden die grundlegenden Kompetenzen vermittelt, um als Teamer*in in der politischen Bildung aktiv zu werden – egal, ob erste Erfahrungen gesammelt oder Wissen vertieft werden soll.

Weitere Infos gibt es hier.

In dieser zweiteiligen Fortbildung werden die grundlegenden Kompetenzen vermittelt, um als Teamer*in in der politischen Bildung aktiv zu werden – egal, ob du erste Erfahrungen sammeln oder dein Wissen vertiefen möchtest.

Im zweiten Teil gehen wir einen Schritt weiter: Wie gestalte ich ein interaktives und spannendes Seminar? Hier entwickelst du dein eigenes Seminarkonzept – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Dabei erlernst du didaktische Grundprinzipien und theoretische Grundlegungen der Politischen Bildungsarbeit, Gruppenprozesse und Gruppendynamiken und das Erstellen eines Seminars mit der ZIM-Struktur. Abschließend werden die Möglichkeiten und Grenzen der Politischen Bildung diskutiert.

Hier geht es zu Teil 1.

In dieser zweiteiligen Fortbildung werden die grundlegenden Kompetenzen vermittelt, um als Teamer*in in der politischen Bildung aktiv zu werden – egal, ob du erste Erfahrungen sammeln oder dein Wissen vertiefen möchtest.

Im ersten Teil der Fortbildung beschäftigen wir uns mit der Geschichte und den Rahmenbedingungen der politischen Bildung. Im Fokus steht die praktische Erprobung von Methoden zu zentralen Themen der politischen Jugendbildung sowie die Grundlagen der Moderation bei der Anleitung von Gruppen. Auch Warm-ups (WUPs), Teamarbeit und professionelles Feedback sind zentrale Bestandteile des ersten Seminarblocks.

Hier geht es zu Teil 2

Nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 hat das NS-Regime zur Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges verstärkt aufgerüstet. Der Grundstein dafür wurde im Vierjahresplan 1936 bis 1940 gelegt. Ziel war neben der Herstellung synthetischer Rohstoffe (Benzin und Gummi) unter anderem auch der Aufbau einer flexiblen und leistungsstarken Sprengstoffindustrie.
Zur Tarnung wurden viele neue Rüstungsstandorte in Waldgebieten eingerichtet.

So wurden von den drei Teilstreitkräften der Wehrmacht (Heer, Marine und Luftwaffe) ab 1936 dezentral im gesamten Reichsgebiet auch insgesamt 370 Munitionsanstalten aufgebaut und betrieben. Diese staatlichen Einrichtungen hatten die Aufgabe, die bereits fertiggestellte oder angelieferte Munition bis zur Abgabe an die Truppe aufzubewahren und zu verwalten. Dazu sollten auch die dort durchgeführten Munitionsarbeiten mit scharfen und unscharfen Munitionsteilen, Werkstoffen, Munitions- und Betriebsgeräten dienen. – Die Teilnehmenden an unserer Exkursion werden dort direkt am Stacheldrahtzaun über die damalige „Heeres-Neben-Munitionsanstalt Wilhelmsdorf“ informiert, die heute als „Muna Hundstadt“ bekannt ist.