Cork – Irlands zweitgrößte Stadt – wird von ihren Bewohner*innen oft liebevoll als „The Real Capital“ – als „eigentliche Hauptstadt“ Irlands bezeichnet. Doch was macht die Identität dieser Stadt wirklich aus? Zwischen stolzer Geschichte, industriellem Erbe, sozialem Wandel und neuen Herausforderungen durch den Klimawandel eröffnet Cork ein spannendes Panorama urbaner Transformation.

In diesem Seminar gehen wir auf Spurensuche:
Welche Spuren hinterließ das britische Kolonialreich in Architektur, Wirtschaft und Gesellschaft?
Wie hat sich Corks Rolle im irischen Unabhängigkeitskampf ausgewirkt – bis heute?
Welche sozialen Bewegungen prägen die Stadt – und wie begegnet Cork globalen Herausforderungen wie Migration, Wohnraummangel und ökologischer Transformation?

Themenschwerpunkte:

  • Kolonialgeschichte, Unabhängigkeit und Identität
  • Ökonomischer Strukturwandel: Von Hafenindustrie zu Technologiestandort, Beziehungen zur EU und Deutschland
  • Soziale Ungleichheit, Aktivismus und urbane Bewegungen
  • Umweltfragen und Strategien für eine nachhaltige Stadtentwicklung
  • Stadterkundung, lokale Stimmen, historische Orte

Das Seminar kombiniert Fachinputs, interaktive Diskussionen und Exkursionen. Es richtet sich an alle, die Cork als Stadt im Wandel erleben, verstehen und kritisch reflektieren möchten.

Unsere Ernährung hängt von der Landwirtschaft ab, doch die steht zunehmend unter Druck. In der Region Freiburg – zwischen Schwarzwald und Kaiserstuhl – lernen wir Pionier*innen einer solidarischeren und ökologischeren Landwirtschaft kennen und genießen die Kulturlandschaft sowie regionale Spezialitäten.

Kleinbäuer*innen geben uns Einblicke in ihren Alltag und berichten von Herausforderungen bei Betriebsübernahmen. Wir lernen regenerative Landwirtschaft kennen, bei der Fleisch klimaverträglich produziert wird, und befassen uns mit den Zusammenhängen von Politik und Ökologie. Gärtner*innen einer neuen solidarischen Landwirtschaft (SoLawi) und Winzer*innen zeigen uns innovative Konzepte für eine nachhaltige Zukunft. Mit Landwirt*innen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sprechen wir über soziale und ökologische Fragen und die EU-Agrarreform.

Die Geschichte der Autoindustrie ist voller Krisen. Falsche Modellpolitik, verweigerte Antriebswechsel – Stichwort “Technologieoffenheit”, sinkende Nachfrage und weltweite Überkapazitäten sind die Symptome. Lohnsenkungen, Betriebsschließungen und massiver Personalabbau sind die falschen Mittel. Die deutsche Auto- und Zulieferindustrie hat schlicht den Anschluss verpasst. In der Konkurrenz zu chinesischen Herstellern und gegen die Abschottung des US-Marktes ist kaum etwas zu gewinnen – schon gar nicht für die Arbeiter*innen.

Am Beispiel von Volkswagen beleuchten wir die Geschichte und die anstehenden Herausforderungen – Elektromobilität, Digitalisierung, Konkurrenz und Transformation der Mobilität. Wir besuchen das VW-Werk und erkunden neue Mobilitätsmöglichkeiten.

Liebe, Freund*innenschaft und Fürsorge sind nicht nur privat, sondern politisch. Im Seminar fragen wir, welche Vorstellungen von „Normalität“ – wie Kleinfamilie, Hetero-Beziehungen oder romantische Exklusivität – unser Zusammenleben prägen und woher sie kommen. Gleichzeitig schauen wir auf andere Formen von Beziehungen: Wahlverwandtschaften, queere Freundinnenschaft oder geteilte Fürsorge-Modelle.

In fünf Tagen verbinden wir Impulse von Referent*innen mit Selbstreflexion, kreativen Gruppenmethoden und intensivem Austausch. So entsteht ein Lernraum, in dem persönliche Erfahrungen mit gesellschaftspolitischen Fragen zusammenfinden. Vielfältige Formen von Liebe und Sorge können hier Freiräume eröffnen und als Gegenentwurf zu autoritären und rechten Vorstellungen von „Normalität“ verstanden und gelebt werden.

Smartphone, Tablet, Internet – die digitale Welt prägt längst den Alltag von Kindern und Erwachsenen.

Im Seminar setzen wir uns mit Chancen und Risiken auseinander: von Fake News über Bildschirmzeiten bis hin zu Fragen von Datenschutz und digitaler Gerechtigkeit. In getrennten und gemeinsamen Einheiten erforschen Familien spielerisch und im Gespräch, wie gute Kommunikation „digital & real“ gelingt und wie wir unsere digitale Zukunft gestalten wollen.

Der Termin liegt in den Herbstferien.
Bitte melden Sie jedes Kind einzeln und mit Altersangabe an.

Dresden ist eine Stadt der (Um)Brüche: geprägt von Zerstörung und Wiederaufbau, von Systemumbruch und neuer Blüte – zugleich aber auch von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus.

Im Bildungsurlaub gehen wir auf Spurensuche zwischen Geschichte und Gegenwart: vom Überleben Victor Klemperers in der NS-Zeit über die Friedliche Revolution bis hin zu aktuellen politischen Konstellationen nach der Landtagswahl. Exkursionen führen uns u. a. in die Euthanasie-Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und ins interkulturelle Zentrum „Haus der Brücke“. So erschließen wir uns historische Erfahrungen, Erinnerungskultur und die gesellschaftlichen Herausforderungen Dresdens heute.

Antisemitismus ist kein Phänomen der Vergangenheit – er ist auch heute allgegenwärtig. In diesem Bildungsurlaub setzen wir uns intensiv mit seinen historischen Wurzeln und aktuellen Erscheinungsformen auseinander. Dabei diskutieren wir auch aktuelle Ereignisse, wie den Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023, und deren Folgen.

Wir beziehen Perspektiven von Betroffenen und Aktivist*innen ein und entwickeln Strategien gegen Antisemitismus.
Angesichts der zunehmenden Radikalisierung soll das Seminar ein offener und sicherer Raum sein, in dem wir uns in Ruhe mit diesen komplexen Fragen auseinandersetzen und gemeinsam Haltung entwickeln – durch Lernen, Reflektieren und einem Austausch auf Augenhöhe.

Dieser Bildungsurlaub findet in Kooperation mit Arbeit und Leben Thüringen statt.

2018 jagt ein rechter Mob in Chemnitz Menschen durch die Straßen. „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“, rufen einige. Chemnitz — rechte Hochburg und doch eine Stadt voller engagierter Stimmen, die für eine solidarische und vielfältige Kultur kämpfen. 2025 wurde Chemnitz Kulturhauptstadt Europas. Ein Hoffnungszeichen. Und wie wirkt es nach?

Ein Jahr später fragen wir: Was hat sich verändert? Was bleibt, was verschwindet? Wir sprechen mit Künstler*innen, Aktivist*innen und Politiker*innen, folgen alten und neuen Spuren rechter Gewalt und beleuchten die Geschichte der Stadt zwischen DDR-Vergangenheit und Gegenwart und werfen einen kritischen Blick auf die Widersprüche und Potenziale der Kulturhauptstadt.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit Arbeit und Leben Hamburg organisiert.

Jüdisches Leben ist ein wesentlicher und facettenreicher Teil der deutschen Geschichte. Gleichzeitig sind Bilder, die mit Judentum verbunden werden, oft nur schwarz-weiß, gehen selten über die NS-Zeit hinaus und thematisieren Antisemitismus nur in der Vergangenheitsform. Mit der Diversität jüdischer Traditionen und moderner jüdischem Kultur gibt es kaum Berührungspunkte.

Um diese Gegenwart in Zentrum zu rücken, wollen wir uns mit Gesprächspartner*innen treffen, die uns mehr über die lange und vielfältige jüdische Kultur und Tradition berichten. Wir besuchen historische Orte und Einrichtungen, treffen Vertreter*innen jüdischer Gemeinden und Organisationen – von der größten Synagoge Deutschlands bis zum Sportverband MAKKABI.
Gemeinsam fragen wir, was das Leben von Juden*Jüdinnen in Deutschland heute ausmacht, welche Stimmen es prägen und mit welchen gesellschaftlichen Herausforderungen viele von ihnen aktuell konfrontiert sind.

Achtung: anderes Datum als im Programmheft!

Könnten Sie aus dem Stegreif drei ehemalige deutsche Kolonien benennen? Wir hätten das nach der Schulzeit nicht gekonnt – denn kolonisiert hatten vor allem die anderen, so die gängige Vorstellung. Dabei war das deutsche Kolonialreich zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung das drittgrößte der Erde – mit Kolonien in der ganzen Welt, gewaltsamer Aneignung und Verbrechen an der einheimischen Bevölkerung.

Im Bildungsurlaub gehen wir den Spuren deutscher Kolonialgeschichte in Berlin nach: an Orten, an denen Völkerschauen stattfanden oder wo die europäischen Kolonialmächte den afrikanischen Kontinent unter sich aufteilten. Gleichzeitig ist Berlin Schauplatz aktueller Auseinandersetzungen um Straßennamen, die Rückgabe kolonialer Raubkunst und Forderungen nach Reparationen. Im Gespräch mit Initiativen und Expert*innen vor Ort setzen wir uns kritisch mit Deutschlands verdrängtem kolonialen Erbe auseinander.

Während in vielen europäischen Metropolen die Mieten steigen, bewerten die Wiener*innen ihre Wohnsituation überwiegend positiv. Doch was macht Wien anders?

Die Stadt setzt auf geförderten Wohnbau, innovative Projekte wie Gemeindebauten, Baugruppen und klimafreundliche Stadtentwicklung. Im Bildungsurlaub werden wir verschiedene Wohnprojekte besuchen, darunter die selbstverwaltete „Sargfabrik“ und „Rosa“- Frauenwohnprojekte.

Ein Blick auf historische Gemeindebauten wie den „Karl-Marx-Hof“ zeigt, wie die Vergangenheit die Architektur der Zukunft prägt. Dieser Bildungsurlaub bietet Inspiration für alternative Wohnformen und Lösungen für den Mietmarkt.

Psychische Krisen sind kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse. Arbeitsdruck, Leistungszwang, Diskriminierung und soziale Isolation machen krank – und doch wird Verantwortung oft den Einzelnen zugeschoben.

In diesem Bildungsurlaub betrachten wir die psychische Gesundheit als politische Frage: Wir diskutieren, wie Sorge und Solidarität zur Gegenmacht werden könnten – und welche Veränderungen nötig sind.
Hierzu gestalten wir fünf Tage (in Teilzeit), in denen wir uns gemeinsam Wissen erschließen und verschiedene Initiativen, Institutionen und Einrichtungen kennenlernen, die sich im weitesten Sinne mit der Thematik befassen.
Thematischer Aufbau der Woche:

Am Montag starten wir mit dem gegenseitigen Kennenlernen und einem Einstieg ins Thema. Dabei gehen wir darauf ein, dass psychische Gesundheit nicht allein durch Genetik, Glück, Pech oder eigenes Verschulden beeinflusst wird, und inwiefern auch gesellschaftliche Determinanten eine Rolle spielen.
Der Dienstag steht unter dem Motto „Wenn es nicht mehr weitergeht“. Hier werden Themen wie Suizidprävention, Selbsthilfegruppen und das Krisentelefon im Vordergrund stehen. Dazu werden wir das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention im Frankfurter Gesundheitsamt besuchen und mit einer der Mitarbeitenden sprechen.
Am Mittwoch fragen wir: „Wo es anders weitergehen kann“. Wir betrachten medikamentöse Behandlungen und Klinikaufenthalte als einen möglichen Weg, möchten aber auch Kritiken, Alternativen und Ergänzungen kennenlernen und diskutieren. Als Input werden wir eine exklusive Filmvorführung des Films “SPK Komplex” von Gerd Kroske zum sozialistischen Patientenkollektiv veranstalten und gemeinsam diskutieren.
Am Donnerstag setzen wir uns damit auseinander, „wie wir füreinander da sein können“. Als ein Beispiel besuchen wir den Hauptsitz von medico international im Frankfurter Nordend und sprechen mit einer der Initiatorin*nen der Kampagne “Resist, Connect and Stand up” unter anderem über das Manifest für psychosoziale Arbeit in Zeiten gesellschaftlichen Zusammenbruchs.
Den Abschluss bildet der Freitag mit dem Thema „Wie wir für andere einstehen können“. Wir lernen Initiativen kennen, die sich auf politischer Ebene für die Belange psychischer Gesundheit einsetzen, reflektieren die Woche und formulieren mögliche Forderungen. Insbesondere treffen wir eine Vertreter*in des Bundesverbandes Psychatrie-Erfahrener und sprechen über deren Arbeit und Initiative der psychiatrischen Willenserklärung.

Der Bildungsurlaub findet vormittags von 9 Uhr bis 14 Uhr statt und wird von Michelle Winter und Franziska Max geleitet. Eingeladen sich anzumelden, sind alle, die sich für das Thema interessieren und offen sind, eine Woche lang verschiedene Perspektiven kennenzulernen.