Antisemitismus prägt unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten und ist auch im Christentum tief verwurzelt. Seine Ausdrucksformen verändern sich, während seine Grundmuster ähnlich bleiben. Er zeigt sich zum Beispiel in Schimpfwörtern, Redewendungen und religiösen Texten, in Darstellungen auf Kirchenfenstern und Kunstwerken, aber auch in offenen Anfeindungen gegen Jüdinnen und Juden. Im Jahr 2025 wurden allein in Hessen 1.099 antisemitische Vorfälle registriert – im Durchschnitt drei pro Tag. Um dem etwas entgegenzusetzen, braucht es Wissen, Orientierung und Haltung.

In diesem Bildungsangebot der Evangelischen Akademie Frankfurt erfährst du, was Antisemitismus ist, wo er dir im Alltag begegnet und wie du darauf reagieren kannst – sei es in deiner Gemeinde, deinem Verein oder anderen Lebensbereichen. Dich erwarten ein abwechslungsreiches Programm in der Evangelischen Akademie, ein Ausflug ins Jüdische Museum und Anregungen, wie du eigene Ideen gegen Antisemitismus in deinem Umfeld oder Ehrenamt umsetzen kannst.

Arbeitnehmende können sich die  Teilnahme als Bildungsurlaub  anerkennen lassen.

22. bis 24. Februar 2027 und 12. bis 13. April 2027

Hundstadt hat eine bemerkenswerte jüngere Vergangenheit; es ist zwar ein recht kleiner Ort, ist aber mit den zahlenmäßig meisten Lagern im Usinger Land versehen gewesen. Diese bestanden zeitweise nacheinander, aber auch parallel zueinander in verschiedenen Bereichen von Hundstadt.
Ausgang dafür war zuerst der Reichsarbeitsdienst (RAD), der bereits im Juli 1933 in Laubach ein Lager errichtete, das später dann aber nach Hundstadt verlegt wurde. Dessen Bau begann hier Ende März 1935 und wurde dann im Juli 1936 als RAD-Lager „Bemelberg“ eingeweiht, belegt mit der RAD-Abteilung 4/252. In der Nähe dazu wur-den weiterhin drei Holzbaracken für die dortige RAD-Führung aufgebaut. – Daneben wurde auf einem anderen größeren Geländeabschnitt von Hundstadt – in Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg – im Oktober 1937 die „Heeres-Nebenmunitionsanstalt Wilhelmsdorf“ geplant, dessen Bau dort dann im Juli 1938 begann. Zur Unter-bringung von ausländischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die in der „Muna“ später zur Arbeit eingesetzt werden sollten, entstand daneben dann auch noch ein weiteres Lager mit der zynischen Bezeichnung „Waldfrie-den“.
Nachdem viele der RAD-Angehörigen zum Kriegsdienst an der Front eingesetzt wurden, wurde auf dem Gelände des RAD-Lagers „Bemelberg“ ein Wehrertüchtigungslager der Hitlerjugend (HJ) eingerichtet, um auch die Ju-gend auf den späteren Kriegsdienst vorzubereiten. – Und im Zusammenhang mit der Untertageverlagerung vor allem der Propellerproduktion der VDM Luftfahrtwerke an und in den „Hasselborner Tunnel“ wurde dort dann im Frühjahr 1944 noch ein Außenlager des „Arbeitserziehungslagers“ in Frankfurt-Heddernheim errichtet, ein „Konzentrationslager der Gestapo“, bekannt als „KZ Rhein-Main“.
Nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wurde es von der amerikanischen Armee im April 1945 kurzzeitig in ein Lager für deutsche Kriegsgefangene umgewandelt. Daneben entstand aber auch ein Lager für Displaced Persons (DP), für vom Nazi-Regime verschleppte ausländische Zwangsarbeiter, die wieder zurück in ihre bisherige Heimat oder aber in eine neue wollten. Aus der, nach dem Krieg wieder neu entstandenen Tschechoslowakei kamen im Mai 1946 von dort vertriebene Sudetendeutsche nach Hundstadt, die in alle vier bisher dort existierenden Lager verteilt wurden, unter Einschluss auch der „Muna“. In den nachfolgenden Jahren fanden viele von diesen endgültig in Hundstadt selbst oder aber auch in der näheren Umgebung eine neue Heimat.
1958 folgte dann die vorerst letzte Etappe in der Geschichte der „Muna“: Den dortigen Bewohnern und kleinen Betrieben (einschließlich denen im daneben liegenden Lager „Waldfrieden“) wurden auf Betreiben des Bundesin-nenministeriums gekündigt, um die „Muna Hundstadt“ als Zentrallager des Bundesgrenzschutzes (BGS) nut-zen zu können. Aus diesem wurde dann am 1. Juli 2005 das zentrale „Versorgungslager Hundstadt“ der Bun-despolizei, das als einziges Lager bis in die heutige Zeit in Hundstadt verblieben ist.

Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Hochtaunus entgegen: Füllerstraße 1, 61440 Oberursel/Ts., Telefon: 06171 / 58 48-0; e-mail: info@vhs-hochtaunus.de; Internet: http://www.vhs-hochtaunus.de/.

Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen

Vorgestellt werden die Ergebnisse intensiver Quellenforschung in deutschen, britischen, israelischen und amerikanischen Archiven über Orte im Taunus, die im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielten. Die Bauwerke und Infrastruktur dieser Orte sind u. a. durch Zwangsarbeit von Häftlingen aus Konzentrationslagern entstanden. Anhand von konkreten Beispielen wird das menschenverachtende Nazi-Programm der „Vernichtung durch Arbeit“ dar-gestellt.
Im Einzelnen wird berichtet über das KZ-Außenlager „Tannenwald“ neben Schloss Kransberg (Stammlager: Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar/Thüringen), damals als Teil des ehemaligen Führerhauptquartiers „Adlerhorst“ ein Hauptquartier von Himmler und Göring; weiterhin über das KZ-Außenlager Merzhausen auf dem ehemaligen Flugplatz des Führerhaupt-quartiers (SS-Sonderlager/KZ Hinzert im Hunsrück) und über das KZ-Außenlager Hundstadt am Hasselborner Tunnel („Arbeitserziehungslager“ der Gestapo in Frankfurt-Heddernheim).

Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Hochtaunus entgegen: Füllerstraße 1, 61440 Oberursel/Ts., Telefon: 06171 / 58 48-0, Telefax: 06171 / 58 48-10, e-mail: info@vhs-hochtaunus.de, Internet: http://www.vhs-hochtaunus.de/.

Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung im Hochtaunuskreis, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Bad Homburg und Hochtaunus.

Unter sachkundiger Führung von Mitgliedern der AG des DGB führt dieser antifaschis-tische Stadtrundgang zu Erinnerungsorten, die lange Zeit kaum beachteten Opfergrup-pen der nationalsozialistischen Verfolgung gewidmet sind. Im Mittelpunkt stehen Men-schen, die nicht in das rassistische und ausgrenzende Weltbild der NS-Diktatur pass-ten und deshalb diskriminiert, entrechtet und verfolgt wurden. Dazu gehörten unter anderem queere Menschen, als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ stigmatisierte Per-sonen sowie Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Während andere Opfergruppen nach 1945 zunehmend in die öffentliche Erinnerung aufgenom-men wurden, blieben viele dieser Verfolgten über Jahrzehnte hinweg ausgegrenzt. Häufig erhielten sie weder gesellschaftliche Anerkennung noch eine Entschädigung für das erlittene Unrecht. Die Folgen von Ausgrenzung und Diskriminierung wirkten für viele Betroffene weit über das Ende des Nationalsozialismus hinaus fort.
Der Rundgang macht die Schicksale dieser Menschen sichtbar und beleuchtet die Ge-schichte einer lange verdrängten Verfolgung. Er lädt dazu ein, den Blick auf jene Op-fergruppen zu richten, die bis heute oft zu wenig Beachtung finden.

Die Stadtrundgänge werden seit 1979 von der AG Antifaschistischer Stadtrundgang des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Frankfurt am Main angeboten. Die AG besteht seit Anfang der 1960er Jahre und wurde damals von Widerstandskämpfer/innen mitgegründet.

Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung im Hochtaunuskreis, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Bad Homburg und Hochtaunus.

Die unselige Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland war auch geprägt durch das menschenverachtende Nazi-Programm der „Vernichtung durch Arbeit“, dem nach dem Überfall auf die europäischen Nachbarländer Millionen von ausländischen Zwangsarbei-tern, vor allem aber auch die Häftlinge in den Konzentrationslagern ausgeliefert waren. Wenig hingegen ist darüber bekannt, dass im Machtbereich der Nazis zum Ende des Zwei-ten Weltkriegs auch mobile Häftlingskommandos gezielt zur Beseitigung von alliierten Bombenschäden eingesetzt worden sind.
Diesmal wird über neuere Forschungsergebnisse zu einem solchen mobilen „Konzentra-tionslager auf Rädern“ berichtet, der so genannten 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade. Die-ses Kommando wurde am 24.12.1944 im KZ Sachsenhausen aufgestellt und bestand aus 504 Häftlingen mit ihren SS-Bewachern. Es wurde zuerst in Kamp am Rhein und danach in Bad Kreuznach stationiert, und anschließend über Mainz und Frankfurt am Main nach Bad Nauheim verlegt. Hier wurde sie am Güterbahnhof Friedberg eingesetzt. Diese 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade kam dann im März 1945 auch noch nach Gießen und Großen-Buseck, um auch dort die im Kriegsverlauf durch alliierte Bombenangriffe massiv zerstörten Schienenanlagen wieder notdürftig zu reparieren. Danach wurde sie weiter nach Dresden und Pilsen verlegt, bevor sie kurz vor dem Kriegsende dann endgültig im Außenlager Ebensee des KZ Mauthausen aufgelöst wurde.
Die 12. SS-Eisenbahn-Baubrigade war ein gefährliches, mörderisches KZ-Kommando und hinterließ an vielen ihrer Stationierungs- und Einsatzorte auch eine verräterische Blutspur in Form von Gräbern von Häftlingen, die mangels ausreichender Ernährung an Entkräf-tung starben, von der SS ermordet worden sind oder durch alliierte Bombenabwürfe auf ihre wechselnden Arbeitsplätze getötet wurden.

Referent: Bernd Vorlaeufer-Germer, Regionalhistoriker aus Bad Homburg v. d. Höhe
Anmeldungen nimmt die die Volkshochschule Bad Homburg entgegen: Telefon: 06172 / 230 06, eMail: info@vhs-badhom-burg.de.

Veranstalter: „Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus“, gefördert von „Arbeit und Leben Hessen“, in Zusammenarbeit mit den beiden Volkshochschulen in Bad Homburg v. d. Höhe und Oberursel/Ts.

News

Präsentation unseres neuen Projekts „Dialogisch. Demokratisch. Digital“

Eine Pressekonferenz im Hessischen Landtag. Vier Personen stehen hinter getrennten hellen Rednerpulten vor einer großen weißen Leinwand mit den Schriftzügen „Hessischer Landtag“ und „Landespressekonferenz“. Links und rechts im Vordergrund sitzen Journalistinnen, die Notizen machen und der Konferenz folgen. Die Szene wirkt offiziell und professionel

Am 26.08.2025 hat Innenminister Roman Poseck in einer Landespressekonferenz die neue Förderperiode des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ vorgestellt. Arbeit und Leben Hessen war als einer von zwei Trägern eingeladen, das neue Projekt zu präsentieren und den Förderbescheid persönlich entgegenzunehmen.

Mit „Dialogisch. Demokratisch. Digital. Vielfalt leben, Medienkompetenz fördern“ setzen wir unser Tun in der Arbeitswelt fort. Ziel ist es, Auszubildende, Ausbilder*innen und begleitende Fachkräfte zu stärken – im Umgang mit diskriminierenden und rechtsextremen Positionen, im generationenübergreifenden Dialog und in der Förderung kritischer Medienkompetenz.

„Demokratieförderung in der Arbeitswelt ist gelebte Extremismusprävention“, betont Nora Schrimpf, Geschäftsführerin und Projektleitung bei der Projektvorstellung.