12.11.2020
Aktuelles

Happy Birthday Arbeit und Leben Hessen!

70 Jahre und kein bisschen müde – volle Fahrt voraus für die politische Bildung!

Photo by Andreas Weiland on Unsplash

Da Feierlichkeiten in größerer Runde in diesem Jahr aus bekannten Gründen nicht möglich sind, möchten wir in diesem Beitrag zumindest einen Blick auf die Anfänge von AL Hessen vor 70 Jahren und die inzwischen daraus gewachsene Struktur werfen.


Den Grundsätzen der Gründungsjahre fühlen wir uns nach wie vor verpflichtet, dabei ist unsere Bildungsarbeit up-to-date: Unser Programm mit vielen spannenden Bildungsurlauben rund um aktuelle politische Debatten und Bewegungen liegt bald für 2021 als gedruckte Broschüre vor und findet sich schon hier auf der Seite als pdf zum downloaden.


Digitale Seminarformate spielen – besonders seit diesem Jahr – auch in den Projekten rund um demokratische Werte in der Berufsbildung und Arbeitswelt eine zunehmende Rolle und öffnen unser Bildungsangebot für neue Zielgruppen. Aber wie fing alles an?

Bereits in der Weimarer Republik wurde die Arbeiterbildung als wichtige Aufgabe der Ge-werkschaften sowie kommunistischen und sozialistischen Gruppen und Parteien betrachtet. Auch die vielfältigen Debatten, Begegnungen und Kooperationen zwischen der deutschen Arbeiter- und der Volksbildung prägten die Jahre bis zur Zerschlagung ihrer Ziele und Ideale im Nationalsozialismus. Nach dem 2. Weltkrieg war es dann die britische Militärverwaltung in Niedersachsen welche, in Anlehnung an die britische Bildungsorganisation der „Workers Educational Association (WEA)“, den endgültigen Anstoß zum Zusammenschluss von Volkshochschule und Deutschem Gewerkschaftsbund zu einer Landesarbeitsgemeinschaft der Politischen Bildung gab: Arbeit und Leben war geboren. Nur zwei Jahre später, am 6.11.1950, wurde auch in Hessen eine solche Landesarbeitsgemeinschaft gegründet. Ziel war es sowohl die proletarischen als auch die bürgerlichen Schichten über die beiden involvierten Organisationen zu erreichen um im Sinne der Entnazifizierung in verschiedenen Lehrgängen demokratische Werte und Positionen zu vermitteln und so nachhaltig zur Demokratiefähigkeit der deutschen Bevölkerung beizutragen. Ziel war es mit den angebotenen Seminaren „die Grundlage zur bewussten und kritischen Anteilnahme des einzelnen am gesellschaftlichen Leben“ zu schaffen (Königsteiner Beschlüsse, 1951).


Vertreter*innen von VHS und DGB bilden die Vorstände für Arbeit und Leben. Arbeit und Leben orientiert sich in seinen Prämissen der Bildungsarbeit an den Werten der „Elternorganisationen“ (Stärkung der Interessen und Rechte von Lohnabhängigen, Unterstützung zur Selbstentfaltung durch Bildung), ist aber eigenständig und in Hessen unabhängig.


Arbeit und Leben ist heute mit insgesamt 10 regionalen Arbeitsgemeinschaften in ganz Hessen vertreten. Auch hier schließen sich jeweils der DGB- und VHS-Struktur vor Ort oder regional zusammen.


Seit 1956 gibt es den Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben als Bundesstruktur der 14 ange-schlossenen Landesarbeitsgemeinschaften. Die Zentralstelle ist u. a. für die Beantragung und Verwaltung von Fördermitteln zuständig. (z. B. Kinder- und Jugendplan des Bundes, Bundeszentrale für politische Bildung, deutsch-französisches und andere Jugendwerke).

Empfehlenswert zur Geschichte von Arbeit und Leben Hessen: “Arbeit und Leben – ein Neuanfang der Arbeiterbildung nach 1945“, Franz-Josef Jelich, in: Kritisches Bewusstsein und engagiertes Handeln: zur Geschichte und Aktualität der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben Hessen, Franz-Josef Jelich/ Gert Lütgert / Roland Petri (Hrsg.), Essen, 1995

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